Pädagogisches Konzept
Allgemeines
Die Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ ist eine von der Elterninitiative Bochum-Mitte e.V. getragene nicht konfessionelle Einrichtung, in der fünfzehn Kinder in einer altersgemischten Gruppe ganztags betreut werden. Die Betreuung findet von Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr statt. Freitags werden die Kinder ab 13.30 Uhr von den Eltern betreut (Elterndienst), da zu dieser Zeit die Teamsitzung der pädagogischen Mitarbeiter stattfindet.
In der Einrichtung arbeiten ein leitender Erzieher, ein stellvertretender Erzieher, ein Kinderpfleger und eine Erzieherin in Teilzeit.Grundgedanken
Die Kinder sollen sich in unserer Kita wohlfühlen und gerne kommen. Wir wollen unseren Kindern, die zu Hause nur wenige oder keine Geschwister haben, die Möglichkeit geben in Großfamilien ähnlichen Strukturen aufzuwachsen. Die Villa soll zu einem zweiten zu Hause für unsere Kinder werden. Aber auch die Eltern werden unterstützt und erhalten die Gelegenheit sich ein tragfähiges Netzwerk aufzubauen. Die Erzieher und Erzieherinnen ermöglichen den Kindern eine individuelle Entwicklung im sozialen Kontext. Dabei stehen unterschiedliche Erfahrungen und Erlebnisse je nach Entwicklungsstand der Kinder im Vordergrund.
- Unsere Kinder sollen:
- Vertrauen in menschliche Beziehungen aufbauen
- ihrer eigenen Wahrnehmung vertrauen lernen
- ein Gruppengefühl entwickeln
- Verantwortung übernehmen
- sich verständigen und kooperieren können
- Flexibilität im Denken lernen
- Respekt und angemessene Kontaktaufnahme lernen
- einander helfen und zuhören
- lernen die eigenen und die Grenzen anderer wahrzunehmen und einzuhalten
Unsere Kinder sollen sich zu zufriedenen, freien und selbstbewussten Menschen in sozialer Integration entwickeln können. Sie werden ihren Bedürfnissen entsprechend gleichberechtigt behandelt, ihre individuelle Persönlichkeitsstruktur findet Beachtung und sie werden zur Selbstständigkeit angeleitet. Sie werden unterstützt ihre Welt zu verstehen und sich frei in ihr bewegen zu können. Sie sollen naturbewusst denken lernen, indem sie Naturerfahrungen machen und die ökologische Nachhaltigkeit in allen Bereichen bedacht wird. Dies erstreckt sich von der Wahl der Lebensmittel (aus kontrolliert ökologischen/biologischen Anbau) und Materialien bis zur Gestaltung des Außengeländes. Die Erzieherinnen und Erzieher fördern umweltbewusstes Verhalten im Alltag.
Die altersgemischte Gruppe
Die jüngeren lernen von den älteren Kindern und die älteren erweitern z.B. ihr Sozialverhalten, indem sie lernen, Rücksicht auf die jüngeren Kinder zu nehmen. Durch ausreichende Differenzierung soll aber auch auf die spezielleren Bedürfnisse der Altersgruppen Rücksicht genommen werden.
Während die älteren Kinder viele kulturelle, motorische und naturbezogene Angebote außerhalb der Einrichtung wahrnehmen, verbringen die kleineren Kinder mehr Zeit in der Einrichtung.
Während der ersten Zeit sollen die kleineren Kinder sich zeitlich und räumlich orientieren. Sie bauen in Kleinstgruppen ein intensives Verhältnis untereinander und zu den Erzieherinnen und Erziehern auf. Gestaltung und Begleitung des forschenden und entdeckenden Lernens stehen in der ersten Zeit im Vordergrund.Naturerfahrung
Da unsere Kinder in der Stadt aufwachsen, soll an möglichst vielen Stellen ein Naturbezug in die Erziehung einfließen. Für die älteren Kinder findet außerdem regelmäßig ein Waldtag und jahreszeitliche Waldwochen statt. Die Kinder sollen durch Natur- und Umweltbegegnung Wissen, Wahrnehmung, Fertigkeiten und Wertschätzung erlernen (Tier- und Pflanzen-kenntnis, sinnliche Naturerfahrungen u.s.w.).
Die jüngeren Kinder machen Ausflüge in die nähere Umgebung.Bewegung
Die Kinder sollen sowohl Entwicklungs entsprechend grob- als auch feinmotorisch möglichst vielfältige Bewegungserfahrungen machen. Dazu gehören das Angebot in der Turnhalle, aber auch Fußball spielen, Klettern, Benutzung verschiedener Fahrzeuge (Bobby-car, Laufrad u.s.w.), Tanz, da so die Konzentration, das Gleichgewicht, die Kraft und die Koordination gefördert werden können.Musik
Den Kindern soll durch alltägliches und spezielles Programm Lieder singen lernen und verschiedene Instrumente kennen und spielen lernen. Hierbei wird auch der sachgerechte Umgang mit Instrumenten vermittelt. Zum Umgang mit Musik gehören auch der Instrumentenbau, Tanz und Bewegung zur Musik, Rhythmusgefühl und sinnliche Klangerfahrungen.Kreativität
Die Kinder sollen zu verschiedenen Themen, aber auch frei kreativ arbeiten und die dazu nötigen Fertigkeiten vermittelt bekommen. Im Rahmen von Projekten werden hier Themen aus verschiedenen Bereichen (z.B. Farbgefühl, Farben mischen, Pinsel und Stift halten, sachgerechter Umgang mit dem Material, Kostüm und Theater) aufgegriffen.
Kochen
Durch das alltägliche Kochen der Erzieher mit den Kindern wird der Umgang mit Lebensmitteln vermittelt. Verschiedene Arten von Lebensmitteln werden roh und gekocht mit allen Sinnen wahrgenommen. Anfassen, riechen, schmecken, schneiden vermittelt einen umfassenden Eindruck der verwendeten Zutaten. Es werden einfache bis komplexe Handlungsabläufe in der Küche und die Lebensmittelherkunft und –herstellung verdeutlicht. Die Neugier auf bestimmte Zutaten wird geweckt.
Alltägliches Lernen
Die Kinder sollen bei der Erziehung zur Selbstständigkeit verschiedene alltägliche Fertigkeiten im Tagesablauf vermittelt bekommen wie An- und Ausziehen, Sachen wegräumen, Schuhe zumachen, Toilettengänge, Essverhalten, Zähneputzen, Händewaschen, Verkehrserziehung u.s.w.).
Aber auch die Erkundung der näheren Umgebung ist ein wichtiger Bestandteil des alltäglichen Lernens.
Projektarbeit
Es finden immer wechselnde Projekte statt, bei denen ein Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Dabei wird auf die Interessen und das Vorwissen der Kinder eingegangen. Das Projekt findet einen Abschluss in einer Ausstellung, einem Fest, einem Theaterstück oder Ähnlichem.
Eine wichtige Aufgabe dieses Bereiches ist es, die Lernfreude und Lernbereitschaft ohne Zwang und Druck zu fördern.
Freispiel
Im Tagesablauf findet ein Wechsel zwischen angeleiteten Phasen und Freispiel Phasen statt. Während dieser Phasen kann erlerntes Sozialverhalten erprobt werden. Mitgebrachte Spielzeuge am Spielzeugtag dürfen von allen Kindern bespielt werden.
Zusammenarbeit von Eltern und Erziehern
Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern ist von Offenheit und Vertrauen geprägt. Beide Seiten sind geben Rückmeldung über Besonderheiten oder sonstiges. Neben den aktuellen Kurzgesprächen können Eltern-Gespräche vereinbart werden. Pädagogische Ziele sollen abgesprochen werden, so dass ein gemeinsames Handeln möglich.
Eingewöhnung
Die Eingewöhnung findet individuell und dem Alter des Kindes entsprechend statt. Die Erzieherinnen und Erzieher begleiten die Eltern während der Eingewöhnung. So weit es möglich ist, sollte die neuen Kinder und Eltern eine besondere Bezugsperson haben. Das wichtigste Lernen in dieser Zeit ist, das die Bezugsperson Mutter oder Vater wieder kommt und die Zwischenzeit ohne grössere Trauer für wichtige ruppenspezifische und persönliche Lernprozesse vom Kind eigeninitiativ genutzt wird.
Elternarbeit
Die Villa Kunterbunt ist ein eingetragener Verein, in dem unterschiedliche Aufgaben von den Eltern getragen werden:
organisatorische Aufgaben (Einkäufe, Haus-meistertätigkeiten)
Verwaltung
Buchhaltung
Elterndienst (pädagogisch)
Der Alltag
Der Tagesablauf:
7.30 – 9.00 Uhr Ankunft der Kinder > Freispiel
9.00 Uhr gemeinsames Frühstück
10.00 Uhr Morgenkreis und wechselnde Angebote
12.00 Uhr Mittagessen
13.00 Uhr Mittagsschlaf der kleineren Kinder und Ruhephase
14.30/15.00 Uhr Nachtisch
ab 15.00 Uhr FreispielphaseWochenplan
Montags können die Kinder ein Spielzeug mitbringen und im Morgenkreis vorstellen (Spielzeugtag) (Bücher und Gesellschaftsspiele können jeden Tag mitgebracht werden, es werden keine Waffen und Kriegsspielzeuge mitgebracht)während der Sommermonate findet einmal im Monat Schwimmen statt.
Von März bis Februar gehen die Kinder der Villa klettern.Donnerstag ist der Waldtag
Mittwochs turnen die U3 KinderFreitags (ab 13.30 Uhr Elterndienst)
Feste und Feiern
- Karneval
- Frühlingsfest
- Gemeinsame Fahrt nach Greven
- Sommerfest
- Abschlussfest der Schulkinder
- Wartenburg
- Herbstfrühstück
- Gruselfest
- Lichterfest
- Großelternfest
- Abschlussfrühstück vor Weihnachten
Regeln in der Villa
Hierbei ist uns ein gewaltfreier Umgang der Kinder untereinander besonders wichtig.
Konfliktlösung
- Sie sollen sich gegenseitig ernst nehmen
- Die Kinder sollen lernen, Streitsituationen konstruktiv zu lösen
- Sie sollen gewaltfreie Lösungen für Konflikte entwickeln lernen
- Sie sollen den Grund Ihres Streits verstehen und
- Das Team steht stets den Kindern in aussichtslosen Konfliktsituationen als Vermittler zur Seite
- Gewalt ist verboten(verbal, Körperlich)
- Die Älteren nehmen Rücksicht auf die Kleinen
- Nein sagen lernen und verstehen, wenn jemand etwas nicht möchte
- Ordentlicher Umgang mit Möbeln, Spielsachen und Büchern
- Die Spielsachen und Möbel in der Villa dürfen nicht mutwillig zerstört werden
- Bücher werden nach dem lesen weggeräumt
- nicht auf Tischen stehen
- Die Kinder sollen nicht im Kreis laufen
Die Mahlzeiten
- Alle Kinder essen gemeinsam.
- Wer fertig ist darf in den Nebenraum.
- Alle Kinder Putzen gemeinsam die Zähne
- Mit Essen wird nicht gespielt
- Die Kinder waschen sich vor dem essen die Hände und gehen auf Toilette.
Verhalten im Waschraum
- nach dem Toilettengang Hände waschen
- nicht im stehen urinieren
- nicht toben
- nicht mit der Zahnbürste im Mund laufen oder den Waschraum verlassen
Nicht das Wasser verschwenden
Allgemeine Grundregeln Für Draussen
Das Aussengelände darf ohne Erzieher nicht verlassen werden
Verhalten im Strassenverkehr
gemeinsam über die Strasse gehen
immer zu zweit gehen
Wenn Sitzplatz in öffentlichen Verkehrsmitteln frei, dann soll dieser genutzt werden
Nicht rennen in der U-bahn/rolltreppe
Die Strasse und die Verkehrsmittel sind kein SpielplatzDie Ernährung
Das Essen soll vegetarisch, ökologisch/biologisch und frisch zubereitet sein. Allergiebedingte diätetische Besonderheiten der Ernährung werden berücksichtigt. Die Kita ist eine Einrichtung für allergiegefährdete und neurodermitische Kinder. Es wird viel Wert auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche, sehr Gemüse- und Obstreiche Kost gelegt. Als Getränke werden Wasser, Tee, Apfelschorle und selten Traubenschorle angeboten.
Austausch von Informationen
Die täglichen Aktivitäten werden auf eine Tafel geschrieben, so dass die Eltern über Kochpläne und Aktivitäten informiert sind. Weiter werden die Projektplanung und die terminliche Jahresplanung bekannt gegeben.
Es werden Elterneinzelgespräche angeboten und es finden bei Bedarf pädagogische Villa-Räte statt. Einmal im Monat findet der Villa Rat statt und einmal jährlich die Mitgliederversammlung.